Erfahrungsbericht 20 -Yachtline-: Unser Boot nach und in Griechenland (Teil 1)
- Boot: 20 -Yachtline-
- Motor: Honda BF 100
- Fahrgebiet: Griechenland
- Besatzung: 2
- Bootserfahrung: Anfänger
Von Unterfranken nach Griechenland ins Wasser
Endlich war es soweit! Am 03. Mai 2025 konnten wir unser Boot in Unterfranken abholen. Doch bis dahin war schon einiges passiert. Erst einmal stand der Sportbootführerschein (See) an, außerdem musste unser Auto noch eine Anhängerkupplung bekommen. Kurz gesagt: Das Abenteuer begann lange bevor wir das erste Mal wirklich an Bord standen – abgesehen von der Einweisungsfahrt auf dem Main.
Der Wunsch nach einem eigenen Boot entstand bereits ein Jahr zuvor. Wir hatten uns eine kleine Ferienwohnung auf einer eher abgelegenen griechischen Insel gekauft und waren mitten in der Renovierung. Schnell wurde klar: Wir wollten die Insel flexibel vom Wasser aus erkunden. Also musste ein Boot her.
Doch welches?
Meine Frau und ich setzten uns zusammen und erstellten eine Wunschliste:
Motorboot (Segeln kam nicht infrage), trailerbar, nicht zu groß (wir waren schließlich Anfänger), mit Stehkajüte zum Übernachten, möglichst mit Toilette und Deckdusche, Platz für zwei – aber auch für Gäste –, ein Außenbordmotor wegen der einfacheren Wartung und natürlich sollte es auch optisch etwas hermachen.
Mit diesen Anforderungen landet man ziemlich schnell bei der Öchsner 20 -Yachtline- und stellt fest: Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt ebenfalls.
Im Sommer 2024 fiel dann die Entscheidung. Jetzt ging es an die Umsetzung: Führerscheinprüfung in Bayern (Donau bei Straubing), Auto umrüsten (Anhängerkupplung ca. 950 €), Trailer anmelden – und schließlich das Boot kaufen. Wir entschieden uns für ein fast neuwertiges Gebrauchtboot in Top-Zustand mit nahezu Vollausstattung.
Nach der Übergabe auf dem Main wurden noch ein paar Kleinigkeiten erledigt – dann konnte es losgehen. Zum ersten Mal überhaupt war ich mit einem Bootstrailer unterwegs.
Zum Glück ging es zunächst nur von Unterfranken in die Oberpfalz, in den Landkreis Cham. Mit entsprechendem Respekt startete ich die Fahrt. Der Blick in den Rückspiegel – plötzlich mit Bootsrumpf im Schlepptau – war ungewohnt, aber faszinierend. Die angepasste Fahrweise klappte gut. Nach dem Motto: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“.
Zuhause angekommen, bekam unsere „KAIROS 1“ erstmal einen Zwischenplatz in einer Sägewerkshalle von Freunden, wo sie bis zur großen Reise im Juli sicher untergebracht war.
Vorbereitung auf die große Tour
Noch zwei Monate bis Griechenland. Die Route stand fest: Bayern – Österreich – Slowenien – Kroatien – Serbien – Nordmazedonien – Griechenland, plus Fähre zur Insel.
Den Namen unserer Insel darf ich übrigens nicht verraten – auf ausdrücklichen Wunsch meiner Frau. Ein Geheimtipp soll schließlich ein Geheimtipp bleiben. 😉
Da ich absoluter Neuling im Trailerfahren war, hieß es: informieren, recherchieren, lernen. Mit Sven Küffner von Öchsner hatte ich einen erfahrenen Ansprechpartner an meiner Seite. Geduldig erklärte er mir alles Wichtige – von Tempolimits (80 oder 100 km/h) bis zum Handling des Gespanns. Den Rest habe ich mir selbst erarbeitet, inklusive Themen wie Hollandöse und länderspezifische Vorschriften.
Ein besonders wichtiger Punkt war das Gewicht: maximale Zuladung, Stützlast, Gesamtgewicht. Wir wollten den verfügbaren Spielraum komplett ausnutzen, da wir nicht nur Bootszubehör, sondern auch Möbel und Ausrüstung für unsere Ferienwohnung transportierten.
Also wurde alles genau berechnet: Reifendruck angepasst, Stützlast (ca. 80 kg) mit einer Personenwaage überprüft, Gesamtgewicht auf einer Waage kontrolliert. Jedes einzelne Teil wurde vor dem Einladen gewogen und in einer Liste erfasst. Am Ende mussten wir tatsächlich ein Set Bettwäsche zurücklassen – mehr ging einfach nicht mehr. ;o)
Auch das Thema Ladungssicherung nahmen wir sehr ernst. Wir hatten keine Lust, irgendwo im Ausland wegen Kleinigkeiten zur Kasse gebeten zu werden. Also wurden alle Vorschriften genau studiert und umgesetzt.
Die Fahrt nach Süden
An einem Sonntagabend im Juli ging es schließlich los.
Die Strecke bis Kroatien verlief völlig problemlos. Mautgebühren hatten wir – soweit möglich – vorab online bezahlt. Die Nachtfahrt überstanden wir ganz gut. Im Gegenteil: Es war spannend, mit diesem Gespann unterwegs zu sein. Alles war neu, alles aufregend.
Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt durch ein heftiges nächtliches Gewitter. Bei Regenmassen und Blitzlicht dachte ich kurz, es wäre vielleicht sinnvoller, direkt ins Boot umzusteigen – zumindest fühlte es sich so an. Aber das Gespann blieb stabil, Aquaplaning war kein Thema.
Nach einer Pause in Serbien erreichten wir unser Zwischenziel: ein vorab gebuchtes Hotel in Nordmazedonien. Nach einer wohltuenden Massage und einem guten Abendessen fielen wir ziemlich müde ins Bett. Das Parken war glücklicherweise kein Problem – wir hatten im Vorfeld geklärt, dass unser Gespann sicher unter Kamerabeobachtung stehen konnte.
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Griechenland. Da die Fähren zu unserer Insel nur morgens fahren, legten wir noch eine Zwischenübernachtung in einem kleinen Küstenort ein. Auto und Boot konnten wir einfach in einer ruhigen Nebenstraße abstellen.
Auf zur Fähre – und ins Abenteuer
Früh am Dienstagmorgen machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen. Die Tickets waren bereits gebucht; wir waren rechtzeitig vor Ort.
Ich gebe es ehrlich zu: Das Rückwärtsfahren auf die Fähre hätte ich mir selbst nicht wirklich zugetraut. Also sprach ich die Einweiser an – und tatsächlich übernahmen sie das Manöver für uns. Vermutlich auch in ihrem eigenen Interesse, denn so ging alles deutlich schneller.
Nach ein paar Stunden Überfahrt war es endlich soweit: Ankunft auf der Insel!
Die Ausfahrt von der Fähre war nun gut beherrschbar und schon kurze Zeit später erreichten wir unseren vereinbarten Marina-Service. Dort warteten Nikos und sein Mitarbeiter bereits auf uns. Unser Boot wurde vom Straßentrailer auf einen speziellen Slip-Trailer umgeladen – ein robustes Teil, perfekt für Salzwasser geeignet.
Gemeinsam fuhren wir zur Slipanlage im kleinen Hafen. Und dann kam der große Moment:
Unsere „KAIROS 1“ wurde zum ersten Mal ins Meer gelassen.
Und jetzt?
Alles war bereit für die erste Testfahrt.
Fortsetzung folgt …

















