Erfahrungsbericht SRX30 -Yachtline-: Kroatien
- Boot: SRX30 -Yachtline-
- Motor: Volvo Penta V6 280 PS Benziner
- Fahrgebiet: Kroatien
- Besatzung: Holger, Sandra, Max & Moritz
- Bootserfahrung: ziemliche Rookies
Vom Traum zum ersten Törn auf Rab
Nachdem ich im Frühjahr 1999 meinen Sportbootführerschein gemacht und mit Freunden von Zeit zu Zeit auf dem Ijsselmeer Segelyachten gechartert habe, ist das Hobby zunächst einmal eingeschlafen – zu teuer, zu aufwändig, zu wetterabhängig. Vor allem gingen aber Familie und Beruf vor; die Zeit fehlte.
20 Jahre später haben meine Frau und ich mit unseren beiden Jungs dann wieder begonnen, kleinere Motorboote in unseren Sommerurlauben zu chartern – dies waren immer die schönsten Tage. Die Familie für den Traum vom eigenen Boot zu begeistern, war also ein Selbstläufer.
Das Boot sollte trailerbar sein, um flexibel zu bleiben, dabei aber ein Höchstmaß an Raum, Komfort und Sicherheit für Anfänger bieten. Schon vor Jahren hatte ich eine Drago ins Auge gefasst, die nun laut Internetrecherche von ÖCHSNER zur SRX30 -Yachtline- perfektioniert wurde.
Eine erste Besichtigung zum Jahresende in Kürnach und dann Anfang des Jahres auf der boot in Düsseldorf und die Entscheidung war schon vor den Fahrtagen im April gefallen: unser Boot wurde in Vollausstattung bestellt. Wichtig waren uns außerdem ein Ceranfeld und eine Zusatzbatterie (Eco-Flow), um auch mal in einer einsamen Bucht kochen oder den Kaffeeautomaten nutzen zu können.
Abgeholt haben wir die MAX & MORITZ im April 2025. Florian Öchsner, Sven Küffner und Steffi Beck haben uns sehr freundlich empfangen. Der Moment, als das Boot vorgefahren wurde, war ein Fest für alle! Es war ein Tag voller großartiger Erfahrungen, vieler Informationen und neuer Handhabungen, aber auch anstrengend, zumal noch 4,5 Stunden Heimfahrt ins Sauerland anstanden – erstmalig mit 10,5m langem um 2,55 m breitem Trailer. Das sollte man speziell bei Dunkelheit und auf deutschen „Baustellenautobahnen“ nicht unterschätzen. Auf jeden Fall noch einmal herzlichen Dank an das Öchsner-Team!
In den folgenden Tagen wurde das Boot getauft, individuell ausgerüstet und mit Familie und Freunden begossen, bevor es in die vergleichsweise späten Osterferien nach Rab ging.
Das haben wir auch festgestellt, als wir Mitte April im strömenden Regen auf Rab ankamen. Die Fähre war wider Erwarten überhaupt kein Problem, aber die für Trailer vorgesehene Straße war wegen Bauarbeiten gesperrt und wir haben uns auf der Ausweichroute zunächst hoffnungslos festgefahren.
Letztendlich ist aber gelungen, unsere SRX30 unversehrt ans Ziel zu bekommen, wo das Boot professionell gekrankt wurde: Am Karfreitag, den 18. April um 14:00 Uhr lag unsere MAX & MORITZ das erste Mal im kroatischen Meer. Zeit, zu feiern.
Eigentlich dürfte man die Location hier nicht zu sehr loben, um das Touristenaufkommen nicht weiter zu erhöhen, aber unter uns: Wir haben Rab als absolut ideales Ziel für uns entdeckt. Einerseits überschaubar groß, andererseits sehr abwechslungsreich und charmant. Von der einsamen Bucht mit kristallklarem Wasser und zutraulichen Fischen, bis hin zur turbulenten Altstadt mit zahlreichen Boutiquen und buntem gastronomischem Angebot ist alles dabei. Außerdem kann man eine Menge neuer Schimpfwörter lernen, wenn man sich beim Festmachen im Hafen von Rab zu nah an die Taxiboot-Liegeplätze traut 😉
Was Rab darüber hinaus auszeichnet, ist die in großen Teilen witterungsgeschützte Lage. Durch die süd-westlich vorgelagerte Insel Otok Dolin entsteht speziell im Bereich der Ortschaft Barbat eine Art Kanal, in dem sich die Wellen bei weitem nicht so aufbauen, wie auf dem offenen Meer. Die Boote liegen also auch bei Schlechtwetter einigermaßen geschützt und An- oder Ablegemanöver lassen sich mit zwei Personen vergleichsweise einfach abwickeln.
Spätestens an dieser Stelle muss das Boot von Öchsner ausdrücklich gelobt werden: Das Schiff ist in der Handhabung außerordentlich unkompliziert. Speziell die Ausstattung mit Bug- und Heckstrahlruder hat uns viel Sicherheit gegeben und Manövern auch bei viel Betrieb, Wind oder Enge den Schrecken genommen. Die Steuerung aller Funktionen über das zentrale Display ist nach etwas Eingewöhnung übersichtlich und komfortabel. Ein sehr cooles Feature ist die Fernbedienung für Bug- und Heckstrahlruder sowie für den Anker. Auf diese Weise kann man auch vom Bugkorb aus agieren und kleinere Positionskorrekturen vornehmen.
Nach erfolgreichem Ankern kann man das Dingi bequem mit der Elektrowinsch über die Multifunktions-Gangway zu Wasser lassen und danach die Gangway als komfortable Badeleiter nutzen. Nach der Erfrischung im April-kühlen Wasser haben wir uns entweder auf der gepolsterten Bug- oder der großen Liegefläche im Heck bei einem Limoncello-Spritz – gut gekühlt, dank zweier leistungsstarker Kühlschränke – aufgewärmt.
Unsere Dingi-Empfehlung ist übrigens das Sportex Ribstar 220: Ein 2,2m langes Alu-Rumpf-RIB, das grad noch zum Trailertransport quer in die Pflicht passt. Das Boot ist groß genug für 3 – 4 Erwachsene und lässt sich gut handhaben. Wir haben uns aus Wartungs- und Zuverlässigkeitsgründen und weil nichts nach Benzin stinkt oder auslaufen kann, für einen Elektromotor entschieden: Torqeedo Travel XP S (äquivalent 5 PS Benziner). Es könnte auch ein bisschen mehr Leistung sein, aber es langt.
Als Ankerplätze kommen auf und um Rab zahlreiche Spots infrage. Uns haben die kleinen Buchten und Strände im Kanal zwischen Rab und Otok Dolin gut gefallen, aber auch die etwas weiter westlich gelegenen Dolphin-Islands, die ihren Namen nicht von ungefähr haben. Unser Highlight war aber die „Doppelbucht“ Uvala Velika Armata / Uvala Valsika (Uvala Seka).
Nachdem wir abends eingelaufen sind, freute sich die erschöpfte Crew schon auf das immer und überall leckere Abendessen; von der ehr preiswerten Pizza in der „Bar Kastel“ bis zum frisch zubereiteten Hummer mit Spaghetti im „Leut“. Tatsächlich haben wir aber auch in den Restaurants in der vollen Altstadt immer gut und zu fairen Preisen gegessen.
So sind Ostern und die folgenden Sonnentage viel zu schnell ins Land gegangen und wir mussten wegen endender Schulferien den Heimweg antreten. Auch hier war unser Vermieter wieder eine Bank:
Das Boot wurde professionell gekrant, per Dampfstrahler gereinigt, der Motor mit Frischwasser gespült und dann wieder präzise auf dem Trailer zur Heimfahrt platziert.
Insgesamt müssen wir die professionelle Gastgeber, deren Tipps grade für nicht so erfahrene Seebären Gold wert sind und das Personal am Kran wie auch in den Lokalen absolut loben! Immer freundlich, immer hilfsbereit, niemals gestresst.
Das Gesamtpaket hat uns so gut gefallen, das wir Rab absolut ins Herz geschlossen haben und mittlerweile schon das 2. Mal dort waren und bereits 3 weitere Aufenthalte gebucht haben. In dem Zusammenhang haben wir auch gelernt, dass wir unsere MAX & MORITZ (das Boot – nicht unserer Jungs 😉) zukünftig zumindest über die Saison vor Ort lagern werden, die Preise sind moderat.
Unterm Strich: Unser erster Bootsurlaub war für die komplette Familie dank eines traumhaften Ziels, eines professionellen und engagierten Umfelds sowie des perfekten Bootes großartig. So wurde auch dank der reibungslosen Handhabung unserer SRX30 -Yachtline- aus unserem Traum der erste unvergessliche Törn!
Und es werden viele weitere folgen …
Liebe Grüße von der Crew der MAX & MORITZ
P.S.: Wir tauschen gern Erfahrungen zu Boot, Revier u.a. mit anderen Eignern aus: holger.engelmann@clean-light.de
























