Erfahrungsbericht 20 -YACHTLINE-: Bodensee

  • Boot: 20 -YACHTLINE-
  • Motor: Honda BF 80 LRTU
  • Fahrgebiet: Bodensee
  • Besatzung: 1 Person
  • Bootserfahrung: Erfahren

Mein Revier ist der Bodensee, auch nach Jahrzehnten ein immer wieder schönes Fahrtgebiet, interessant und abwechslungsreich: Kirchen, Klöster, Schlösser, Städte, Dörfer, Inseln, gut ausgestattete Häfen, reizvolles Hinterland und Ausflugsziele, Geschichte, Kultur, Genuss u.v.m.

Nach dreißig Jahren vom Segel- zum Motorboot

Hier segelte ich drei Jahrzehnte (26-Fuß-Segelboot),  auch Charter auf Nord- und Ostsee, Karibik und Mittelmeer.

Aus gesundheitlichen Gründen und des in die Jahre gekommenen Bootes gab ich den Segelsport auf, wollte aber nicht „vom Wasser lassen“.

Also, ein Motorboot.

Ich schaute mich intensiv um, auch nach Gebrauchtbooten; diese waren aber relativ teuer, daher Entschluss für ein Neuboot. Habe viele Marken und Modelle angeschaut und geprüft:

Für meine Anforderung –

klein und wendig, trailerbar bis zu einem bestimmten Gewicht (auch in Bezug zum Zugfahrzeug), problemloses Ein- und Auswassern (an meinem Standort  vorzugsweise mit Kran), sep. WC-Kabine, 2 bequeme Schlafplätze (wobei ich meistens alleine auf dem Boot nächtige), Camperverdeck mit Stehhöhe, gute Ausstattung (u.a. Kühlschrank, Waschbecken, Wassertank, etc.), gute u. stabile Fahreigenschaften, bestimmter preislicher Rahmen

– kamen nur sehr wenige Modelle in Frage.

Ich bin nicht nur im sogenannten Urlaub auf dem Boot und Wasser, sondern so alle 2 – 3 Wochen jeweils ein paar Tage (wohne nicht vor Ort, 205 km Anfahrtsweg). Im Gegensatz zum früheren Segelboot habe ich keinen festen Liegeplatz im Wasser mehr, sondern einen Trockenliegeplatz in der Halle (für diejenigen, die die Bodenseegepflogenheiten nicht kennen: Bootsplätze, insbesondere Wasserliegeplätze, sind äußerst rar und dementsprechend teuer).
Bei Bedarf Ein- und Auswassern des Bootes daher per Kran (geht flott und unproblematisch), wenn ich ankomme, liegt mein Boot schon im Wasser am Gastplatz; alles inklusive im Jahres-Pauschalmietpreis. Dadurch war auch von vorne herein die Bootsgröße beschränkt. Hat natürlich auch den Vorteil, dass das Schiff nicht ständig im Wasser liegt (Verschmutzung, etc.), wenn es nicht benutzt wird.

2019, im Jahr der Erstnutzung war ich, trotz persönlich bedingter Beeinträchtigungen 35 Tage auf dem Boot bei 48 Motorstunden; 2020, aufgrund Corona (Häfen waren lange „zu“) leider nur jeweils die Hälfte.

Mich überzeugte das “Öchsner-Konzept”

Kompakt, sehr gut ausgestattet in solider Handwerkskunst gefertigt, viele durchdachte Details, sportlich und sicher. Doppelschaliger Aufbau für ein gutes Bordklima und mehr Sicherheit. Große und bequeme Doppelkoje. Intelligente Raumnutzung. Viele Stauräume und Fächer. Was “die” alles aus der begrenzten Größe rausgeholt haben! Stabile Wasserlage, nicht kippelig in Ruhelage (Widebeam!), einmalig in dieser Klasse. Hohe Reling, seitliche Gangbords (keine „Turnkünste“ zum Bug). Rückbank zur breiten Sonnenliege umbaubar (mittels vorderem Kojenpolster). Bequemer Heckeinstieg und Badeplattform mit langer Badeleiter. Gutes wind- und regendichtes geschlossenes Camperverdeck (erhöht „Wohnnutzen“ sehr), variabel auch als Sonnenschutzverdeck.

Die Verarbeitungsqualität rundum ist wirklich Spitze. Mehr braucht’s auch nicht bei max.  2 nächtigenden Personen; für Tagestrips gehen natürlich auch 4-6 Personen. Hat alles Erforderliche, ist bequem und chic.  Kochen (der Kühlschrank reicht für die Kaltgetränke und  Snacks) brauche ich nicht, die kulinarischen Möglichkeiten am „See“ zu versäumen wäre geradezu ein Sakrileg!

Natürlich erwirbt man bei Öchsners keine „billige Kiste“, vor allem wenn man – wie ich –  alle Zusatzpakete ordert. Das lohnt sich aber deutlich: angefangen beim 140-Liter Tank mit dem man unabhängiger ist; den wertigen Polstern; dem abgeschlossenen WC-Raum mit „handlicher“ Chemietoilette (Raum kann auch als zusätzlicher Kleiderschrank dienen); dem Instrumenten-Paneel mit allen erforderlichen Bordinstrumenten und GPS-Combi; Kühlschrank, Heckdusche, u.v.m.

Am Bodensee findet sich für diese Größe auch  immer ein Anlege-Plätzchen!  Und der Honda 80 PS ist mehr als ausreichend (die erlaubten 40 km/h sind mühelos realisierbar), dabei eben auch kein „Schlucker“ und lärmmäßig hält es sich in Grenzen.

Also Boot bestellt, dabei sehr sehr gut beraten von Herrn Küffner (kein „Werbegesülze“) und, was soll ich sagen: Alles wie besprochen, erstklassig ausgeführt, zum vereinbarten Zeitpunkt übergeben. Übergabe/Einweisung/Probefahrt durch die Herren Öchsner und Küffner ausgezeichnet, persönlich und kompetent, in angenehmer, persönlicher und lockerer Atmosphäre.

Übrigens: Die Einweisungsfilme auf der Homepage sind eine prima Ergänzung.

Von der Bootsübergabe direkt zum Bodensee

Nach Bootsübergabe Fahrt mit  dem ausgezeichneten Trailer (von Öchsner) zum Bodensee, ging ganz problemlos (hatte vorher noch nie einen Hänger am PKW); außer beim Benzinverbrauch habe ich gar nicht gemerkt, dass ich „hinten“ was dran habe.

Dort dann erste Einwasserung (per Kran).

Übrigens: Die Bodenseezulassung beim Schifffahrtsamt ging trotz strenger Anforderungen und Abgasvorschriften ruck-zuck, war fast nur eine Formsache (von Öchsners wurden alle erforderlichen  Papiere bereit gestellt und das Boot bodenseekonform geliefert (auch keine Selbstverständlichkeit!).

Das Boot ist sehr leicht zu fahren und zu manövrieren, gerade auch alleine habe ich keinerlei Schwierigkeiten beim Handling. Prima Wasserlage und Kurvenstabilität.

Geht ab, wenn man will, wie Meyers Katze!

Natürlich ist ein Boot mit AB-Motor auf engem Raum z.B. in Häfen nicht so gut zu manövrieren als wenn man z.B. einen Z-Antrieb  (unter dem Schiff im hinteren Bereich) hat, aber wenn man die leichtgängige Schaltung gefühlvoll vor-zurück betätigt, kann man fast auf dem Teller drehen.

Alles in allem: absolut empfehlenswert!

Alles in Allem: Rundum sehr zufrieden, Service vorbildlich, alle Mitarbeiter immer sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Hier stimmt wirklich alles! Absolut empfehlenswert, weil auch nichts aufgedrängt wird und auf die Kundenwünsche geduldig eingegangen wird. Im Gegenteil: Von, aus Fachmanns Sicht, unnötigen Sonderwünschen wurde sogar abgeraten. Da habe ich bei meinen Vorprüfungen von Booten anderer Firmen ganz „tolle“ Sachen erlebt (z.B. unmodern gewordene Modelle durch Schnickschnack und Gimmicks „aufgewertet“, u.a.).

Jetzt wird vielleicht mancher noch fragen, vom Segler zum Motorbootfahrer?

Ja und das aus voller Überzeugung! Es macht weiterhin viel Spaß (und weniger Arbeit!), den SEE zu erkunden; geht besser mit Motorboot, weil mehr Landgänge stattfinden und man die vielfältigen Möglichkeiten noch besser erkunden und genießen kann. Also auch für einen „Urlaubstörn“ und Familien geeignet. Und wenn man so ein tolles Boot hat …

Also: wunderschöne Stunden und Tage auf dem Wasser mit viel Fahrvergnügen und Freude. Das „kleine“ Boot macht großen Spaß!

Viele Grüße,
W.S.

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