Erfahrungsbericht 20 Yachtline, trailerbare Boot, Öchsner-boote

Erfahrungsbericht 20 -Yachtline- Drei-Länder-Reise

In EB20, Erfahrungsberichte by Verena

Prolog: das Kennenlernen

Nachdem einer von uns beiden seinen Bootsführerschein in der Tasche hatte, wurde der Traum von einem eigenen Boot immer stärker. An einigen Orten ist es zwar spontan möglich, ein Boot zu mieten, doch in Rheinland-Pfalz ist das eher selten. Zudem wollten wir unser eigenes Boot, das wir nach unseren Wünschen einrichten und uns daran gewöhnen konnten.

Dann besuchten wir zum ersten Mal die Messe "Boot" in Düsseldorf: als Laie kann man sich hier beraten lassen, haufenweise Informationen sammeln, sich beeindrucken lassen und vor allem die eigenen Prioritäten definieren.

  • Es sollte ein neues Boot werden: man stellt sich dieses Objekt nach Lust und finanziellen Mitteln so zusammen, wie man möchte und ist selbst für den Pflegezustand verantwortlich.
  • Es sollte ein kleines Kajütboot mit Schlafmöglichkeit in der Klasse C und WC werden.
  • Es sollte trailerbar sein.

Wir ließen uns an drei Ständen ein Angebot machen. Am ersten Stand stießen wir auf Arroganz und beim zweiten auf ein Wirrwarr an Informationen. Dann trafen wir am Stand von Öchsner-boote auf einen Verkäufer, der schlicht und einfach das Boot vorstellte und uns als Laien verständliche Informationen gab.

Hinzu kam, dass das Modell "20 -Yachtline-" den besonderen Wide-Beam-Rumpf hat, der es unter anderem ermöglicht, die Raumfläche großzügiger zu nutzen: ein separater Raum mit optionalem WC. Und das Boot sieht sportlich aus.

Nach einer Woche Bedenkzeit war die Entscheidung gefallen und wir kauften das besagte Boot mit Trailer. Darauf folgten einige Formalitäten: Funk-Anmeldung, Trailer-Anmeldung und das Wissen, dass der Führerschein BE auch noch in absehbarer Zeit nachgeholt werden muss.

Und dann kam der große Tag: der Onkel fuhr mit uns nach Bayern, um das Boot abzuholen. Aufregend, denn man zeigte uns sowohl das Rein- als auch das Rausslippen, ermöglichte uns eine kleine Schnuppertour auf dem Main und gab uns viele, sehr wertvoller Erklärungen mit.

Nachdem wir dann das Boot im Trierer Hafen an unserem Liegeplatz hatten, sammelten wir die allerersten Erfahrungen an unseren freien Tagen: anlegen, ablegen, eine Sportschleuse fahren, ankern. Das Wasser war warm, das Schwimmen angenehm... nur das Ankern in der Saar war eigentlich verboten.

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Der Höhepunkt des Kennenlernens war sicherlich die erste Fahrt durch eine Berufsschleuse. Denn leider war die Sportschleuse in Stadtbredimus / Luxemburg defekt und uns blieb die Wahl, nach Hause zu fahren oder uns dieser Hürde zu stellen. Nach einem Zögern hat dann doch gut geklappt und das Schleusen erfolgte problemlos.

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Das 1. Jahr: die Drei-Länder-Reise

Nun stand die erste Reise bevor: wir hatten uns entschieden, von unserem modernen Liege-Hafen in Schweich (nahe Trier) nach Frankreich zu fahren.

Im September also war es so weit. Wir meldeten uns im Hafen für die Tage ab und schon ging es loswill fuhren durch die Trierer Sportschleuse nach Luxemburg.

Zuerst statteten wir der Stadt Remich einen kleinen Besuch ab. Für das Großherzogtum ist es eine Hochburg des Tourismus, nicht zuletzt weil sie komplett an der Mosel liegt und die hübsche Spazierpromenade "Esplanade" entlang führt. Ein Sanierungsplan wegen des Hochwasserschutzes und der Vergrößerung des Anlegestegs für Sportboote wird sicherlich in den nächsten Jahren das Bild noch verschönern.

In einem auffallend weißen und architektonisch anspruchsvollen Gebäude an der Mosel kann man lokale Produkte kaufen. Ob Wein, luxemburger Gin oder Nudeln... die Auswahl ist vielseitig. Der Kern der Stadt ist von kleinen mediterranen Gassen geprägt. Es gibt Geschäfte und einen Supermarkt. Beim Schlendern sind wir dann noch am stolzen Stadtrathaus vorbeigegangen und nach einem Crêpe ging die Reise schließlich weiter.

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Der sehr gepflegte Hafen  Schwebsange beherbergt einige tolle Yachten und ein Restaurant mit herrlicher Aussicht, das zum Verweilen einlädt. Hier haben wir auch den ersten Baguette-Automaten entdeckt und das nächste Frühstück war gesichert.

Es ging weiter über die Grenze zur ersten großen Hürde: eine große Schleuse in Frankreich. Es war ruhig und kaum jemand unterwegs. Nach kurzer Wartezeit konnten wir schleusen. Bei der nächsten Schleuse haben wir uns dann wesentlich früher angemeldet und man hat hier sogar auf uns gewartet. Toll.

Um 17:15 Uhr kamen wir dann in Bässe-Ham im neuen Hafen "Nautik'Ham" an. Nach Anmeldung in der "Capitainerie", wo man uns äußerst freundlich empfangen hatte, fuhren wir mit dem Taxi nach Thionville in ein großes Einkaufszentrum zum Einkaufen. Anschließend kehrten wir zum Lesen und Schlafen in die Kajüte zurück.

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Ein neuer Tag stand bevor und nach dem Frühstück auf der Plicht fuhren wir los in Richtung Großstadt Metz. Vier Schleusen standen uns bevor. Manchmal mussten wir bei den Berufsschleusen warten, manche Schleusen hatten aber eine zweite Kammer, größer als eine Sportschleuse in Rheinland-Pfalz. Hierfür muss man sich anmelden, aber es geht schneller.

Nach der letzten Schleuse in Metz hatten wir die Kurve zum Hafen verpasst. Daher kamen wir später als geplant am Hafen von Metz an, der mittig in der Stadt liegt. Wir entdeckten die Stadt, trafen unsere Tante und übernachteten spontan in einem Hotel mit Pool und Zimmerservice.

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Am Donnerstag ging es dann wieder zurück nach Bässe-Ham. Da wir dieses Mal weniger Zeit brauchten, sind wir am späten Nachmittag noch ein bisschen spazieren gegangen und haben uns am Abend auf dem Boot Rindercarpacchio gegönnt.

Nach einer kühlen Bootsnacht haben wir morgens erst einmal die Heizung angemacht. Das Gefühl ist wundervoll, auf dem Wasser an einem sehr ruhigen Steg zu liegen und nur von Schilf, Blesshühnern und Schwänen umgeben zu sein.

Wir haben unser Frühstück genossen und uns gegen 9 Uhr auf den Heimweg gemacht.

Die Schleusen kannten wir bereits. Routiniert passierten wir sowohl die großen Berufsschleusen in Frankreich als auch die praktischen Sportschleusen. Am Nachmittag liefen wir dann wieder in unseren Heimathafen ein.

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Epilog zum 1. Jahr: an den Leser

Als Laie sollte man sich unbedingt ein paar Tage nehmen und einen Bootsurlaub machen. Wir haben unser Boot genauer kennengelernt und sind jetzt ein eingespieltes Team. Wir haben das Schleusen gelernt, ein paar Schwierigkeiten erkannt und gemeistert und die Reise akribisch in unser Logbuch eingetragen.

Man bekommt ein ganz anderes Gefühl für Zeit. Denn während man mit dem Auto zum Beispiel in ungefähr 1 Stunde von Schweich nach Metz fährt, ist man mit dem Boot viel länger unterwegs.

Das Schleusen sollte gelernt sein, ist jedoch keine Hexenkunst. Aber Übung macht den Meister und am besten übt man zu zweit und mit Leinen (am besten 10m Leinen). Und es gibt einen Unterschied zwischen großen und kleinen Schleusen. Wir haben uns jedes Mal zwei Kilometer vorher per Funk angemeldet. Bei mehreren Berufsschiffen in der Schleuse sollte man sich gut festhalten, denn wenn diese Schiffe Gas geben, erzeugen sie eine starke Strömung. Bei den Sportschleusen ist das viel einfacher, sie sind aber schmaler.

Zu erwähnen wäre noch, dass in Frankreich das Tragen von Rettungswesten vorgeschrieben ist und dass es beim Warten vor den Schleusen meisten die Möglichkeit gibt, sich festzumachen.

Über das Tanken sollte man Folgendes wissen:

  • Wo tanken (Achtung Öffnungszeiten)
  • WAS tanken (Benzin oder Diesel)
  • WIE bezahlen (manche nehmen keine V-Pay-Karte, sondern nur bar)
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Die generelle Beschilderung in Frankreich ist übrigens auch manchmal nicht so eindeutig. Ein hochwertiges Fernglas war uns sehr nützlich. Und die Maut "Vignette" kann man über die Seite vnf.fr kaufen, sofort ausdrucken und an die Bootsscheibe kleben. Wir zahlten für die Woche 39,20€.

Eins steht fest: nächstes Jahr geht es ans Meer. Und der Bericht zum zweiten Jahr wird folgen.

Unser herzlichstes Dankeschön an das ganze Öchsner-boote Team!

Yves & Jochen

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