Erfahrungsbericht SR30 -YACHTLINE-: Franken und Frankreich

  • Boot: SR30 -YACHTLINE-
  • Motor: Volvo Penta D3-170 DPS
  • Fahrgebiet: Franken und Frankreich
  • Besatzung: Familie
  • Bootserfahrung: Fortgeschritten

Vom Main und der Atlantikküste

Mit der SR30 -YACHTLINE- in Richtung Schwarzes Meer

Zum Ende der ersten Bootssaison mit unserer SR30 nutzten wir im Oktober 2019 die Nähe nach Kürnach aus und ließen unser Boot bei Öchsner-Boote warten und winterfest machen. Der Vorteil bei dem Vor-Ort-Termin war natürlich, dass wir noch die eine oder andere technische Frage klären konnten und jede Menge Tipps mit auf den Weg bekamen. Danach schlummerte unsere Big Five unter der Persenning ihren Winterschlaf, der auf Grund des Lockdowns in Bayern leider bis Ende Mai dauerte.

Nach den ersten Ausfahrten von unserem Liegeplatz in Aschaffenburg aus den Main auf und ab folgte im Juni eine Tour „Richtung Schwarzes Meer“. Nicht, dass wir vorhatten, die 3.000 km auch komplett zu fahren, doch mussten wir wetterbedingt leider bereits in Ochsenfurt nach nur 200 km abbrechen. Es regnet zu der Zeit in Deutschland selten, doch dafür ausgerechnet in unseren zwei Urlaubswochen jede Menge.

Immerhin wissen wir jetzt, dass Fahrten auch bei Regen möglich sind. Die Sicht nach vorn könnte besser sein, reicht aber aus. Und da man mit einem Haken die SR30 -YACHTLINE- locker in der Schleusenkammer halten kann, bleiben Skipper und Crew auch trocken.

An der Zusicherung seitens Öchsner mit dem „Abdichten durch Aufquellen“ von Gewebe und Naht ist tatsächlich was dran. Und zum Glück waren die Tage mit so heftigem Regen für diese Saison auch gezählt.

Mit der SR30 -YACHTLINE- an der französischen Atlantikküste

Im Sommerurlaub ging es wieder mit Boot und Trailer nach La Rochelle an die französische Atlantikküste. Slippen, Trailern, Kranen wird mehr und mehr Routine – der Fahrspaß bleibt!

Immer wieder ein Genuss ist ein Besuch der Ile de Ré. Dieses Mal haben wir ausgiebig Ars erkundet. Dass wir unsere Törnplanung an die Gezeiten anpassen mussten, kannten wir schon aus dem Vorjahr. Also hieß es früh aufstehen und rechtzeitig bei Flut ins Hafenbecken kommen, bevor das Tor schließt.

Andere haben das mit dem Tidenkalender aber wohl nicht so ernst genommen. Sie waren kurz nach uns innerhalb der Betonnung, aber trotzdem zu spät!

In Ars machen diejenigen (reichen) Franzosen Urlaub, denen es an der Côte d‘Azur entweder zu warm oder zu voll ist. Oder die – wie wir – ganz einfach dem Charme der Atlantikküste erlegen sind. Ein schnuckeliger Hafen mitten im malerischen Ortskern und der typisch französische Flair auf dem Markt, in den Restaurants und Bars lädt zum Verweilen ein. Den Sieg von München gegen Paris im Finale der Champions League habe ich als einziger Deutscher unter lauter Franzosen dann aber doch lieber im Stillen gefeiert. Ich wollte die Toleranz des Gastlandes nicht überstrapazieren…

Spektakulär war unser Törn nach Rochefort. Nach heftigem Wind am Vortag war das Meer noch „etwas unruhig“. Durch den Gegenwind erschien die See gar nicht so rau und am Strand wären wir vermutlich von den Wellen enttäuscht gewesen. Der Schein trog. An Verdrängerfahrt war nicht zu denken. Da wären wir nur Spielball der Wellen geworden. Wir wussten bereits aus dem Vorjahr, dass die SR30 -YACHTLINE- solche Schläge locker wegsteckt.

Erst nach dem Einfahren in die Charente wechselte die Atmosphäre wieder auf „Ruhe und Idylle“, so, wie wir das aus den Bilderbuchgeschichten der Reviervorstellungen der Bootsmagazine kennen. Es ging vorbei an den hier typischen Krabbenfischerhütten und wir passierten die Brücke „Pont de Transbordeur“, ein Stahlmonument aus dem Jahr 1900. Auf ihr werden – an einer Kabine hängend – heute zwar nicht mehr Autos, dafür aber noch Fußgänger und Radler von einem Ufer ans andere gebracht.

Rochefort war ehemals das bedeutendste „Arsenal“ Frankreichs. Hier wurden Schiffe gebaut, Seeleute ausgebildet oder auch Seile hergestellt. Davon zeugt heute noch das 400 m lange Gebäude der „Corderie Royal“ oder die „Hermione“, ein fahrtüchtiger Nachbau desjenigen Dreimasters, mit dem Lafayette einst für die Franzosen loszog, um Amerika von den Engländern zu befreien.

Der Yachthafen liegt mitten in der Stadt und auch hier mussten wir wieder rechtzeitig mit der Flut im Hafen einlaufen, da die Charente im Unterlauf tidenabhängig ist. Generell haben wir bislang nur gute Erfahrungen mit Service, Ausstattung und Preis/Leistung an der Atlantikküste gemacht. Überall gibt es Strom, Wasser und gepflegte Sanitäreinrichtungen. Zudem findet man in allen Häfen Reparaturwerkstätten, die wir aber zum Glück noch nie in Anspruch nehmen mussten. Der 170 PS Dieselmotor schnurrte bislang knapp 300 Betriebsstunden bei ca. 3.500 km.

Damit ging unser Sommerurlaub zu Ende. Auskranen in La Rochelle und die Rückfahrt nach Deutschland verliefen wieder problemlos. Wir wurden auch noch nicht von der Gendarmerie angehalten und kontrolliert. Dem schauen wir zwar nach einem Probewiegen gelassen entgegen, es darf aber ruhig ohne derartiges Ereignis nach Hause gehen.

Die Bootssaison ließen wir auf dem Main ausklingen, brachten unsere SR30 wieder zum Check-up nach Kürnach und hoffen, dass wir das nächste Jahr ungetrübt von der Corona-Pandemie auf unserer Big Five genießen können.

Bleibt gesund und denkt stets an die Hand breit Wasser unter dem Kiel!

Familie K., Alzenau in Unterfranken

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