Erfahrungsbericht SR30 Yachtline, trailerbare Boote, Öchsner-boote

Erfahrungsbericht SR30 -Yachtline-: französische Atlantikküste

In EB30, Erfahrungsberichte by Verena

Reisefakten
  • Boot: SR30 -Yachtline-
  • Motor: Volvo Penta D3-170 DPS
  • Fahrgebiet: französische Atlantikküste
  • Besatzung: 3-4 Personen
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    Die Entscheidung für ein trailerbares Boot

    Dieses Frühjahr im April konnten wir unsere SR30 -Yachtline- endlich in Empfang nehmen. Als Heimathafen fanden wir die Marina Lässig in Kahl am Main, der letzte Zipfel Bayerns, ca. 25 km vor den Toren Frankfurts. Nach unseren ersten Fahrten den Main auf- und abwärts, ging es an Pfingsten auf die „Sauerkrauttour“, über Mainz, Koblenz, Trier, Saarbrücken, Straßburg und rheinabwärts zurück. Dieser Klassiker unter den Inlandtörns hat uns trotz des engen Zeitfensters von gut zwei Wochen viel Spaß gemacht. Wir konnten das Boot kennenlernen und haben uns mit 3-4 Personen auf dem Boot immer weiter eingerichtet. Am Ende der Tour waren wir uns sicher, die richtige Bootswahl mit der SR30 getroffen zu haben. 

    Für uns war es wichtig, dass das Boot noch trailerbar ist, da wir aufgrund familiärer Bindungen jeden August nach La Rochelle an die französische Atlantikküste fahren – 1.100 km kürzester Weg auf der Straße. Zwar ist eine An- und Abreise auf dem Wasserweg möglich, würde aber locker sechs Wochen dauern. Doch wer hat als Nicht-Rentner so viel Zeit?

    Das größte trailerbare Boot - Spannung beim Verwiegen

    Bevor es nun im August zum ersten Mal an den Atlantik ging, stellte sich auch für uns die für alle SR30-Besitzer spannende Frage, ob das Boot die zulässigen 3.500 kg Anhängelast überschreitet oder nicht. Unser Boot hat den Dieselmotor, eine elektrische Ankerwinsch, das Camperverdeck, usw. für die Fahrt. Die Badeplattform für das Beiboot ist auch lediglich nur vorbereitet. Das Rib fehlt noch, aber eingerichtet waren wir schon mit Fendern, Leinen, Grill und Kocher, Geschirr, Bettzeug und Handtüchern, etc.

    Die Waage brachte dann Gewissheit: wir haben das Gewicht von 3,5t unterschritten! Durch geschickte Beladung hielten wir auch die 150 kg Stützlast unseres Range Rovers im grünen Bereich. Das zulässige Zuggewicht hätte sowieso noch einige Kilogramm mehr vertragen.

    Anreise an die französische Atlantikküste

    Damit sich die lange Anreise lohnt, hatten wir den Törn auf drei Wochen geplant. Allein schon für die Hin- und Rückfahrt veranschlagten wir auf der Route Nationale jeweils 16 Stunden. Auf der Autobahn wären wir vermutlich 2-3 Stunden zügiger vorangekommen, aber die Mautgebühr quer durch Frankreich konnten wir so sparen. Diese Einsparung haben wir lieber in Diesel und Weinvorrat investiert.

    An das Fahren mit den knapp 3,5 t hintendran gewöhnt man sich erstaunlicherweise schnell. Schaut man bei mancher Bodenwelle anfangs noch ängstlich in den Rückspiegel, beruhigt man sich sofort. Der Trailer liegt ruhig wie ein Brett auf der Straße. Natürlich nerven manch enge Kreisverkehre. Aber mit der Zeit hat man dafür die nötige Ruhe und Gelassenheit. Die Autos bzw. den Stau hinter uns sahen wir ohne Extra-Außenspiegel eh nicht und die Straßen vor uns waren wunderbar leer. 😊

    Ankunft in La Rochelle

    Nach einer nächtlichen Rast mit Nutzen des Bootes als Wohnwagen, erreichten wir La Rochelle mit seiner beeindruckenden Hafeneinfahrt – Kulisse für den legendären Film „Das Boot“. Durch die vorgelagerten Inseln ist dieser Teil der Atlantikküste ein wunderschönes Motor- und Seglerrevier. Hier startet die Regatta Vendée Globe oder das Volvo Ocean Race. Dementsprechend haben die Häfen auch Kapazität - La Rochelle alleine mit 4.600 Liegeplätzen! Da geht man auch während der Hochsaison nicht leer aus. Wir hatten uns vorab einen Termin für den Kran reserviert. Dann konnte es losgehen. 

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    Seetauglichkeit der SR30 -Yachtline-

    Die erst Fahrt führte uns nur 20 Seemeilen nach Norden zu unserem Feriendomizil in L’Aiguillon s/Mer. Dabei konnten wir die Seetauglichkeit der SR30 aber gleich voll austesten - quer zu Wind (Stärke 6) und Wellen (2 Meter)! Das Boot hielt allen Belastungen stand, wenn auch zumeist in Verdrängerfahrt. Es sollte aber auch die einzige unruhige Fahrt werden. Das Wetter beruhigte sich für die restliche Urlaubszeit.

    Anspruchsvoller war da schon das Liegen zwischen Dalben querab zur Strömung in der Mündung des Flusses Lay bei 4 Meter Tiede. Haben die großen Häfen zumeist tiedenunabhängige Pontonstege, findet man in den kleinen Häfen der französischen Atlantikküste in der Regel Bojen oder Dalben – und da fällt man zwangsläufig in den Schlick. Dies war bei unserem Platz nach 3 Metern der Fall. Gott sei Dank lagen wir fast in der Waagerechten, auch kippte das Boot nicht zur Seite. So konnten wir die Tage im „Heimathafen“ komplett an Bord verbringen.

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    Törnplanung nach dem Tidenkalender

    Fester Bestandteil aller Törnplanungen war der Tiedenkalender. Ca. 5 Stunden hatten wir immerhin kein Wasser unterm Kiel. Das Ziel sollte dementsprechend nicht zu weit entfernt liegen, um bei gleicher Tide dort noch anlegen zu können oder man nutzt die Zeit von ablaufendem Wasser bis zur nächsten Flut. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an diese „Ruhezeiten“. Dalbentaugliche Leinen sollten auch nicht fehlen, wenn nicht schon die Vorlieger mit Reifen oder ähnlichem Geschirr den Platz vorbereitet haben. Wir hatten das Glück, dass die Stegnachbarn alle zur Hand gingen und mit Rat, Tat und Material aushalfen.

    Touren entlang der Atlanikküste

    In den kommenden Tagen unternahmen wir einige Touren die Küste entlang nach Les Sables d’Olonne, auf die Ile de Ré mit ihren malerischen Häfen St. Martin, Ars und La Flotte, oder wir machten einfach in einer Bucht fest zum Baden. Leider – wie immer – ging die Zeit viel zu schnell vorbei und das Ende des Urlaubs und der Termin zum Kranen rückte näher. Mit zunehmender Routine lief alles glatt und wir kamen wohlbehalten nach 3 Wochen wieder zuhause an.

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    Das größte trailerbare Boot - unser Fazit

    Wussten wir schon nach den Flüssen und Kanälen der Sauerkrauttour, dass die SR30 die richtige Wahl war, sind wir nun noch mehr davon überzeugt. Unsere anfängliche Sorge, das Fallen in den Schlick, ist kein Problem. Auch raue See meistert das Schiff mühelos. Zu viert lässt es sich wunderbar an Bord leben. Aber alle Kompromisse, die wir mit dem Kauf dieser SR30 eingegangen sind, haben sich schlichtweg in Luft aufgelöst. Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Törn!

    Familie K. aus Alzenau in Unterfranken

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