Erfahrungsbericht SRX30 -Yachtline-: Rhein, Mosel, Bodensee, Kroatien

  • Boot: SRX30 -YACHTLINE-
  • Motor: VOLVO Penta D3-220 Diesel
  • Fahrgebiet: Rhein, Mosel, Bodensee, Kroatien
  • Besatzung: 2 Personen
  • Bootserfahrung: Anfänger

Ursprünglich aus dem Segelsport im Binnenbereich kommend habe ich mich im Frühjahr 2019 für das Upgrade auf den SBF See entschieden. Ich hatte durch eine Bootsfahrt auf dem Wörther See Lust auf Motorboot fahren bekommen. Von nun an begann eine aufregende und erlebnisreiche Zeit.

Es folgte die Recherche im Internet mit dem Ziel ein trailerbares Boot zu finden, welches noch mit einem T6 California zu bewegen sei und anfängertauglich ist. So kam es, dass ich bereits im Juni 2019 erstmalig Kontakt mit Herrn Küffner aufgenommen habe und die damalige SR30 -Yachtline- in der Ausstellungshalle Kürnach besichtigt hatte. Als blutiger Anfänger erschien mir dieses Boot so unglaublich riesig, dass ich mir es zu diesem Zeitpunkt nie hätte vorstellen können so etwas selber zu händeln. Auch passte das damalige Zugfahrzeug nicht.

Es folgte die Anschaffung eines 6,40m Bowriders mit Außenborder. Unsere ‚Homebase‘ war zunächst die Marina Düsseldorf und von dort wurden kleinere Touren auf dem Rhein unternommen. An den Wochenenden wurde das neue Hobby dann mit Freunden und Familie geteilt. Es war für alle ein riesiger Spaß und ein Dauergrinsen stellte sich bei uns allen ein. Alle waren vom Bootfahren infiziert.

Dort lernten wir auch ein Pärchen kennen welches bereits Eigner einer Drago 29 war und gerade eine SRX30 -Yachtline- bestellt hatte. Der erste Bootsurlaub stand unmittelbar bevor und da wir Freunde mit kroatischen Wurzeln haben, war das Hauptreiseziel auch schnell festgemacht.

Im September 2019 ging es, samt 6m Bötchen und Camper, nach Šibenik in die Marina Solares. Wir erkundeten die nähere Umgebung und haben uns sofort in dieses traumhafte Bootsrevier aber auch in Land und Menschen verliebt. Für uns hat Kroatien den Charme des „perfekt Unperfekten”.

Nun waren wir also mit Boot und Camper unterwegs und es entstand „Stress“. Wir tingelten von nun an mehrmals täglich zwischen der Marina und dem Campingplatz. Klamotten wurden hin und her transportiert, Boot und Camper verdienten Aufmerksamkeit. Wir wurden neidisch auf die Bootsfahrer, die auf den Booten campten, lebten. Sie hatten die Ruhe weg und überhaupt war es im Hafen deutlich chilliger und eine komplett andere Atmosphäre als auf dem Campingplatz.

Das wollten wir auch! Das Wohnmobil auf dem Wasser musste her! Erneut begann die Recherche über Internet, Messen und sonstige Medien. Diesmal war das Ziel ein möglichst großes aber noch trailerbares Boot zu finden. Mit zunehmender Erfahrung und der detaillierten Vorstellung von dem was man möchte und was nicht, war es ein echtes „Hin und Her“. Die Überlegungen gingen von Bayliner über Cobrey zu Sea Ray. Alle Boote hatten für uns Vor- und Nachteile aber alle hatten auch eine Gemeinsamkeit. Keines war unmissverständlich wirklich trailerbar und die Angaben über das tatsächliche Eigengewicht waren mehr als abenteuerlich, ungenügend und ausweichend.

Und nun hieß es: warten, warten, warten

So kam es, dass wir am 07.05.20 nochmal die jetzige SRX30 -Yachtline- inspizierten und diese am 17.07.20 schließlich, umfangreich ausgestattet, in Auftrag gaben. Die Ausstattungsliste entsprach in zwei Bereichen nicht dem heutigen Mainstream. Antrieb D3 220 PS Dieselmotorisierung anstelle des V6 Benziners und neben dem Bugstrahlruder auch Heckstrahlruder. Ersteres aufgrund des ca. 1/3 geringeren Verbrauches in Verbindung mit der dadurch erzielbaren größeren Range und der allgemein größeren Verfügbarkeit des Dieselkraftstoffes in bestimmten Revieren. Zudem ist der Dieselmotor leichter, minimal leiser und speist mehr Ladestrom ein. Das Heckstrahlruder aufgrund von Respekt bei anspruchsvollen Hafenmanövern, begleitet von ungünstigen Wind- u. Strömungsverhältnissen. Der Z-Antrieb ist ja schon wirklich ein Muster für leichte Manövrierfähigkeit, wird aber durch die Kombination beider Strahlruder nochmals deutlich stressfreier:
Wenden auf der Stelle, Seitwärtsfahren in oder aus engen Lücken, auf den Zentimeter genaues Positionieren des Bootes – auch bei widrigen Wetterbedingungen. Vor allem beim Einhand-Anlegen lässt sich – in Kombination mit der Fernbedienung – das Boot sogar noch vom Steg aus manövrieren. Fazit: Für uns als Anfänger die richtige Entscheidung.

Nun begann die Zeit der Vorfreude und des Wartens bis schließlich am 19.05.21 die Übergabe in Kürnach bevorsstand. Die Aufregung war gigantisch als nach dem von Herrn Küffner absolvierten ‚Theorieteil‘ sich plötzlich der Raum verdunkelte und ein „Riese“ vor dem Fenster stand. „Odin II“ stand bereit. Mit Florian Öchsner ging es zur Einweisungsfahrt auf den Main. Ehrlich gesagt war ich so nervös, dass meine Frau mehr Input wahrnehmen konnte als ich und das erste selbständige auf den Trailer fahren, mit Strömung und Fähre nebenan, hat einen zweiten Anlauf gebraucht. Soll das wirklich einmal ohne professionelle Hilfe funktionieren?

Das letztendliche Wiegen, zusammen mit dem Alu Trailer, ergab 3220 kg.
Wir machten uns auf den Weg gen Krefeld, wo wir für 2022 einen Liegeplatz im Yachtclub Krefeld bekommen hatten. Ab jetzt starteten wir, trotz Corona und schlechtem Sommer, in eine aufregende und intensive Bootssaison 2022.

Übrigens: Überall wo wir mit dem Boot vorbeikommen oder wo man uns sieht werden wir ausgequetscht, geben Interessenten Auskunft, machen Probefahrten, tauschen Kontakte aus, geben den Kontakt von Herrn Küffner weiter. Wir haben bestimmt indirekt schon einige Boote verkauft. Die Werft hüllt sich aber bisher noch in Schweigen 😉 . 

Wir waren dauernd mit Odin II unterwegs

Für unsere Freunde, für die wir mit dem „kleinen“ Boot noch regelmäßig Zeit hatten, waren wir plötzlich nur noch dauernd unterwegs. Um die ersten Erfahrungen zu sammeln, ging es über Pfingsten den Rhein flussaufwärts bis zur Mosel und über diese bis nach Traben-Trarbach. Über die Erlebnisse hatten wir in einer ersten „Wasserstandsmeldung“ bereits berichtet. Da wir Kontakte zu Patric Polch haben, konnten wir das Boot in der ‚Marina Polch‘ einige Tage lang parken. Dann kam der Moment, an dem ich Farbe bekennen musste. Odin II sollte aus dem Wasser auf den Trailer und ich war auch noch allein. Ich positionierte das Gespann im Wasser, bat einen Fahrradfahrer mich ein wenig einzuweisen und siehe da. Plötzlich stand das Boot auf dem Trailer. Geht doch! Alle Aufregung unbegründet.

Auf dem Rückweg nach Krefeld habe ich mich dann fürchterlich verfahren und bin mit dem Gespann quer durch die Eifel und durch Ortschaften in denen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wenn überhaupt ein Boot – noch nie so ein Großes – transportiert wurde. Die Blicke der Anwohner sprachen Bände. Trailer samt Boot liegen satt hinter dem Zugfahrzeug. Die nächsten Wochen verbrachten wir damit, das Zubehör zu besorgen, uns einzurichten und uns auf unseren nächsten Bootsurlaub vorzubereiten.

Flitterwochen in Kroatien

Unsere Flitterwochen standen an. Da wir in Bregenz heirateten brachten wir Odin II zum Bodensee. Mit etwas Glück hatten wir in Kressbronn und sogar in Lindau einen Liegeplatz für jeweils einige Wochen zugeteilt bekommen und durften so dieses wunderschöne Revier ein wenig kennenlernen. Durch das bestellte Bodenseepaket waren wir auch für diese Region vorbereitet.

Von dort ging es dann wieder nach Šibenik, um nun endlich über mehrere Tage das „Wohnmobil auf dem Wasser“ zu erleben. Wir buchten die Marina Solaris für unseren gesamten 14- tägigen Urlaub. Als wir uns ein paar Tage eingewöhnt hatten ging es schließlich auf Entdeckungstour. Von Šibenik aus nördlich über Tisno, Betina (Murter), Biograd, Otuk Zut, Schiffswrack St. Michele, Sali, Telašćica Naturpark, Sakarun Beach, Ist, Zadar, Kornati, Šibenik, Primosten, Brac, Šolta, Šibenik.
Ein nicht enden wollender Traum von einsamen Buchten, ursprünglichen Konobas, türkisblauem-klaren Wasser, exklusiven Marinas, freundlichen Menschen und strahlendem Sonnenschein unter stets blauem Himmel. Nicht zu vergessen, der leckere Gin, den es nach jedem erfolgreichen Anlegemanöver am Tagesende zu trinken gab.

Der Verbrauch ist für diese Bootsgröße beeindruckend. Die Marschfahrt liegt bei ca. 3.000 U/Min und 30 kmh. Dabei liegt der Verbrauch des D3 bei ca. 21 l/ Std oder 0,7 l/km. Das ergibt bei dem 330 l Tankvolumen eine beträchtliche Range von 300 sm mit ordentlich Reserve. In Kroatien haben wir ca. 650 km zurückgelegt, nur einmal getankt und ca. 600 l Diesel verbraucht.

Die Platzverhältnisse an Board waren für uns optimal. Niemand stand dem anderen im Weg, die Unterflurkabine haben wir zum Kleiderschrank umfunktioniert, unter der Spüle platzieren wir Vorräte und Geschirr und unter der Bank befindet sich das Getränke Reservoir.

Da wir unseren abendlichen Wein oder Gin gerne aus Kristallgläsern genießen haben wir uns hier bei Silvy eingedeckt. Das mittlerweile umfangreiche Sortiment besteht aus integrierten Magneten in Geschirr und Halterung.  

Die Gesamtgröße der SRX30 -Yachtline-, die mich anfangs in der Halle erschlagen hat, verliert sich schnell. Man gewöhnt sich im Alltag an die vermeintliche Größe: Das Boot ist im Hafen im Vergleich zu anderen eher klein, in der Bucht eher ‚groß‘, da man an den Megayachten vorbei, weiter in die Bucht hinein fahren kann, wo andere Boote dieser Größe eher Probleme bekommen.

Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht, unter den erstaunten Blicken der anderen Bucht-Nachbarn, an allen Booten vorbei – selbst an viel Kleineren – um bis auf 0,70m Wassertiefe vor Anker zu gehen.

Das Boot hat alle Erwartungen erfüllt!

Die SRX30 -Yachtline- hat unsere Erwartungen und die Angaben des Herstellers absolut erfüllt! Kommt man mit den Kompromissen, die aus dem vordefinierten, maximal möglichen Gesamtgewicht resultieren klar, kommt man – zumindest aus unserer Sicht, die den Markt stets im Auge behalten – an der SRX30 -Yachtline- aktuell nicht vorbei.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Verlässlichkeit der Fa. Öchsner: Es wird zugehört, Probleme, die es immer mal geben kann, werden unverzüglich angegangen und man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt alleine gelassen. Aus eigener Erfahrung berichtet, ist das leider nicht selbstverständlich.

Einen Minuspunkt haben wir selber zu verantworten. Das Dinghi. Ich wollte unbedingt ein größeres, als das von Öchsner empfohlene Sportex. Es ist von den Abmessungen leider doch zu wuchtig und sieht am Boot auch falsch aus. Das werden wir abändern.

Im Anschluss unserer Flitterwochen haben wir das Boot in Kürnach zur Inspektion und Winterlager abgegeben. In unserer ersten Saison mit Odin II durften wir das wunderschöne Boot 72 Std. genießen.

Wir freuen uns schon jetzt auf weitere unvergessliche Momente, für die dieses Boot mit Sicherheit ein Garant ist.
Herzliche Grüße, M.V.

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